2019 – 2024

Planerwahl mit Präqualifikation, Hochbauamt Kanton Zürich

Der zum Menzihaus gehörende Landwirtschaftsbetrieb ist Teil des charakteristischen Umfelds von diesem wichtigen Schutzobjekt und soll langfristig dem Standort entsprechend bewirtschaftet werden. Der Betrieb wird so optimiert, dass der Tierbestand auf das verfügbare Futter abgestimmt ist. Die Pflege von Riet- und Naturschutzflächen ist ein wichtiges Standbein.

Die Ökonomiegebäude werden dafür instandgesetzt, der Stallanbau leicht erweitert und es wird eine neue Remise erstellt. Der alte Steinsilo dient künftig als Regenwassertank. Die Scheune mit Hocheinfahrt bleibt dabei als Zeitzeuge und prägendes Volumen erhalten. Die freistehende Remise fasst den Hofplatz und bildet einen Abschluss des Ensembles gegen Westen. Mit Satteldach und eingefärbter PV-Anlage ordnet sie sich ins Orts- und Landschaftsbild ein.

Die neue Remise schafft es, den Hofraum besser zu fassen, und definiert einen klaren Abschluss des Weilers nach Westen. Dadurch wird auch der Hofverkehr nahe der Badstrasse an der Nordseite konzentriert und das Betriebszentrum um das Menzihaus gestärkt. Der Neubau in Holz integriert sich typologisch und massstäblich in die ortstypische Bebauungsstruktur. Seine semipermeable Hülle sorgt für gute Belichtung und Belüftung. Die feingliedrige Struktur und die gut integrierten PV-Module verleihen dem Volumen einen zurückhaltenden, aber eigenständigen Charakter. Die bestehenden Gebäude und insbesondere die grosse Scheune mit Hocheinfahrt, welche einen hohen Situationswert darstellt, werden erhalten, aber durch gezielte Eingriffe den heutigen Anforderungen angepasst.

Der Energieverbrauch der Ökonomiegebäude ist gering und wird zu 100% CO2-neutral, lokal produziert. Die graue Energie für die Erstellung und den Rückbau wurde so weit wie möglich minimiert. Die Remise wird komplett als Holzbau errichtet und das verwendete Holz soll aus dem Zürcher Staatswald bezogen werden. Sparren vom abgebrochenen Unterstand werden für die statische Ertüchtigung der Scheunenböden wiederverwendet. Die Wiederverwendung von Bauteilen ist auch bei den Sanitärapparaten im WC ein Thema. Die Remise wird so ins Terrain eingepasst und das Fundament so optimiert, dass möglichst kein Aushubmaterial abtransportiert werden muss. Der alte Steinsilo wird neu als Regenwassertank genutzt und reduziert so, für die Bewässerung des grossen Bauerngartens und das Waschen von Stiefeln und Maschinen, den Trinkwasserverbrauch. Das Meteorwasser kann vor Ort versickern oder in den nahen Bach geleitet werden. Ersatzpflanzungen von Bäumen erfolgen mit standortgerechten, einheimischen Pflanzen und für bedrohte Vögel und Fledermäuse werden Nisthilfen integriert.

Unter dem Titel «transform» entsteht eine Skulptur des Schweizer Bildhauers Urs-P. Twellmann. Die Skulptur besteht aus Holzscheiben, die in eine Schalung eingebaut und in Beton eingegossen werden. Sie dient, wie auch das eingebaute Holz, als Reservoir. Das Regenwasser, das sich Wege durch die Schichten sucht, löst einen Transformationsprozess aus.

Ein Prozess des Werdens und Vergehens beginnt, in dem eine Skulptur entsteht, wie nur die Natur sie bilden kann. Dieser Prozess kann einige Jahre dauern und wird nie ganz abgeschlossen sein. Passanten, auch solche die täglich vorbeikommen, können nicht wissen, wohin der Prozess führen wird. Sie können nur spekulieren und sich überraschen lassen.

Weitere Beteiligte:
Indermühle Holzbauingenieure, Thun
Lukas Baumann AG, Beratender Bauingenieur, Bremgarten
Brunner Elektro-Engineering GmbH, Bubikon
MD-Plan GmbH, Pfäffikon ZH
TNC Engineering AG, Feldmeilen
Urs-P. Twellmann, Künstler, Schlosswil